Sonntag, 19. November 2017

Sonntag

Seit ich mich damit auseinandersetzen muss, wie es im nächsten Jahr weitergeht, staune ich nicht schlecht, wie viele Baustellen ich mir in den letzten Jahren geschaffen habe. Ich bin ja so dermaßen gefangen in einem Leben, das gar kein richtiges Leben ist, das mir schwindelig wird. Das wiederum zwingt mich dazu, meine Gedanken endlich mal auf mich umzuprogrammieren. Dazu gehört eine Portion Mut. Lieber würde ich mir eine Portion holländische Pommes spezial bestellen.
Morgen werde ich einen Flug nach Frankreich buchen. Wir werden verpasstes Silvester 1991 nachholen. Ich habe angefangen zu schreiben. Eine Geschichte kann nur wirklich gut werden, wenn man sie auch lebt.

Ich muss weiter in meinen vier Wänden ausmisten. Ich möchte das neue Leben ohne Altlasten und Müll von Vorvorgestern beginnen. Ich brauche Übersicht. Struktur und Ordnung. Ich dachte die ganzen Jahre, dass ich chaotisch bin. In all meinen Zwängen und Gefühlen. Aber das bin ich gar nicht. Ich brauche Struktur, damit ich den Überblick nicht verliere. Ich glaubte das, weil die Familie so ist. Und irgendwann schwamm ich in diesen Sog von Lügen und Funktionieren, dass ich glaubte, es läge an mir, dass es so ist wie es ist.

Was auch immer die Vergangenheit gespiegelt hat, es ist egal. Ich darf nur nicht von diesem Weg abkommen, weil ich das nicht möchte.


Morgen buche ich den Flug. Punkt.

Und ich habe noch eine Menge Arbeit vor mir. Sowohl als auch.