Dienstag, 16. Januar 2018

Dienstag

Also jetzt vor genau zwanzig Jahren hielt ich ein kleines schwarzhaariges Mädchen im Arm und als ich sie ansah, dachte ich, verdammt sie sieht aus wie ein Igel.

Und ich verbat den Ärzten mir irgendeinen Scheiß zu spritzen, weil ich meinen Körper verdammt gut kenne.

Heute Morgen gratuliere ich der Kleinen, und ja ich nehme eine halbe Dosis.

Das Gespräch ist ermüdend. Aber ich bin sehr entspannt. Höre zu. Lass die Männer reden, sich aufplustern, trinke einen Kaffe. Der Typ hat nicht annähernd Ahnung von dem was der da erzählt. Egal.

Irgendwann muss ich zu Wort kommen.
Und mir fällt ein Lied von den Ärzten ein. Lass sie reden.

Am Ende, ich habe das Gefühl, wir haben es so richtig verkackt, sage ich ganz ruhig:

„Man kann sich mit allen Managementsystemen auch die Wände tapezieren, wenn man sie nicht lebt. Tote Existenz. Wir müssen das auch leben und gemeinsam erarbeiten. Papier hilft da auch nicht weiter, wenn es in Akten oder auf Intranet als Karteileichen endet.“

Nach der Besprechung:
„Frau Würfelzucker, möchten sie einen Kaffee?“
„Gerne.“

Chef nach der Sitzung: "Sag mal Zucker, stehst du unter Drogen? 
"Ey, ich doch nicht! Spinnst du."


Danach schnell ab zum Geburtstagskind.